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Bordei, Centovalli – Pietro Leemann

TERRA VECCHIA, CENTOVALLI, TESSIN

Wo Lebensgeschichten zusammenfinden.

Ein Sternekoch kehrt nach Jahrzehnten in seine Heimat zurück. Ein Mönch mit amerikanischen Wurzeln bringt Erfahrungen aus Indien und dem Himalaya mit. Nur wenige Kilometer entfernt, auf dem Monte Verità oberhalb von Ascona, liegt der erste Teegarten der Schweiz. Und vier neue Schokoladenkreationen erzählen kulinarisch von vier Orten im Tessin.

Manchmal entstehen neue Dinge nicht aus einem Plan. Sondern weil Menschen, Orte und Geschichten im richtigen Moment sich treffen, verstehen und zusammenfinden.

01 — Der Ort

Terra Vecchia liegt in den Centovalli, eingebettet in eine Landschaft aus Wald, Bergen, alten Wegen und kleinen Dörfern. Zusammen mit Bordei entsteht hier heute das Ecovillage & Sanctuary Terra Vecchia Bordei. Man erreicht Terra Vecchia nicht einfach im Vorbeifahren, man muss sich auf den Weg dorthin machen.

Es ist ein Ort für Begegnung und Rückzug, biologische Landwirtschaft und gemeinsames Essen, Kultur, Handwerk und offen gestalteter Spiritualität.

In Bordei befindet sich das Ecovillage mit Landwirtschaft, Gärten, Veranstaltungen und der Osteria Giardino. Etwas weiter liegt Terra Vecchia mit dem Sanctuary.

Zwei Orte, verbunden durch eine gemeinsame Idee:

Wie wollen wir leben – miteinander und mit der Natur?

Bordei, Centovalli – Pietro Leemann
Bordei, Centovalli – Pietro Leemann

02 — Ein Ort zwischen Untergang und Auferstehung

Terra Vecchia und Bordei liegen nur einen kurzen Fussmarsch voneinander entfernt. Und doch haben die beiden Orte eine unterschiedliche Geschichte.

Bordei ist seit dem 14. Jahrhundert urkundlich belegt. Über Jahrhunderte lebten die Menschen hier vor allem von Viehzucht, Wald und dem, was die karge Landschaft hergab. Manche verliessen das Tal saisonal und verdienten im nahen Italien als Marroniverkäufer ihr Geld.

Terra Vecchia dagegen war einst selbst ein Dorf – das ursprüngliche Rasa. Im 17. Jahrhundert gab es hier eine Kirche und eine eigene Pfarrei. Um 1700 begannen die Bewohner, auf die höher gelegene Terrasse umzuziehen, auf der das heutige Rasa entstand. Das alte Dorf wurde nach und nach aufgegeben. Mitte des 19. Jahrhunderts war es verlassen.

Mehr als hundert Jahre standen die Häuser leer. Sträucher und Dornen eroberten zurück, was Menschen einst gebaut hatten. Bis der damals 18-jährige Jürg Zbinden Ende der 1960er-Jahre auf einen Zeitungsartikel über das «verwunschene Dorf Terra Vecchia» stiess.

1969 reiste der angehende Sozialarbeiter ins Centovalli. Wo andere überwucherte Ruinen und zerfallende Häuser sahen, sah er die Möglichkeit für einen neuen Anfang: eine Gemeinschaft für junge Menschen, die am Rand der Gesellschaft lebten. Für wenige tausend Franken kaufte er den verlassenen Weiler Terra Vecchia. Das nahe Bordei, ebenfalls mit vielen baufälligen Häusern, aber nie vollständig verlassen, wurde zur erreichbaren Basis. Gemeinsam mit Handwerkern aus der Region und Menschen aus der entstehenden Gemeinschaft begann der Wiederaufbau.

1973 wurde die Stiftung Terra Vecchia gegründet. Ihr Zweck wurde in einem Satz beschrieben, der die Geschichte dieses Ortes vielleicht besser fasst als jeder andere:

«Eine Gemeinschaft, die etwas Sichtbares schafft und unsichtbar Fundamente zu einer sinnvollen Existenz legt.»

Nach Terra Vecchia kamen Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten: Menschen, die Drogen konsumierten oder unter psychischen Problemen litten, Menschen am Rand der Gesellschaft – aber auch Menschen, die mitarbeiten, mitdenken und eine andere Form des Zusammenlebens erproben wollten.

Sie bauten Häuser und Mauern wieder auf, betrieben Landwirtschaft, hielten Tiere und arbeiteten gemeinsam. Der Wiederaufbau geschah mit grossem Respekt vor der ursprünglichen Architektur, der Landschaft und den Traditionen des Ortes.

So wurde nicht einfach ein altes Dorf restauriert. Aus Ruinen wurde wieder ein Lebensraum. Aus Arbeit Gemeinschaft. Und aus einem fast verlorenen Ort ein Ort für neue Lebenswege.

Als Pietro Leemann und Svami Jahrzehnte später nach einem Ort für ihre gemeinsame Vision suchten, kamen sie deshalb nicht auf eine leere Bühne.

Sie kamen an einen Ort, dessen Geschichte schon einmal mit einer beinahe unmöglichen Idee begonnen hatte.

Gemeinschaft in Terra Vecchia, 1970er-Jahre
Kirche von Terra Vecchia heute

03 — Zwei Wege und ein Weg

Pietro & Svami

Die Geschichte führt von hier zunächst weit weg vom Tessin. Pietro Leemann verliess seine Heimat als junger Koch. Svamis Weg führte ihn über viele Jahre nach Indien und in den Himalaya. 2022 begegneten sich ihre Wege in Vrindavan.

Und beide trugen eine verwandte Idee mit sich: einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und spiritueller Traditionen zusammenkommen, leben, lernen und sich entwickeln können.

Für diese Idee suchten sie einen Ort. Und fanden ihn dort, wo schon einmal Menschen und Häuser gemeinsam eine neue Zukunft bekommen hatten.

Bordei, Centovalli – Pietro Leemann

04 — Die Rückkehr

Wieder anfangen, wo alles begann.

Für Pietro Leemann bedeutet Terra Vecchia auch eine Rückkehr.

Nach Jahrzehnten internationaler Küche, Reisen und Auseinandersetzung mit anderen Kulturen kommt er in jene Landschaft zurück, in der seine eigene Geschichte begann. Rückkehr bedeutet hier nicht Rückzug, sondern Belebung eines Tales und einer ganzen Region.

In Bordei leitet Leemann die Osteria Giardino. Ein Teil der Zutaten kommt aus den biologischen Gärten und der eigenen Landwirtschaft. Saisonalität, pflanzliche Küche und die Herkunft der Lebensmittel gehören zusammen.

Was in einem Sternerestaurant begann, bekommt hier eine andere Form:

Nahrung als Beziehung zwischen Menschen, Natur und Gemeinschaft.

Bordei, Centovalli – Pietro Leemann
Bordei, Centovalli – Pietro Leemann

05 — Tee kann im Tessin wachsen und weiterwachsen

Vom Himalaya zum Monte Verità

Nur wenige Kilometer entfernt geschieht seit Jahren etwas, das man in der Schweiz kaum erwarten würde: Auf dem Monte Verità oberhalb von Ascona wächst Tee. Camellia sinensis.

Das besondere Mikroklima ermöglicht es, die Teepflanze hier anzubauen. Ihre Blätter werden geerntet und direkt vor Ort zu verschiedenen Tees verarbeitet.

Und ausgerechnet der Monte Verità. Das ist jener Ort, an dem schon vor mehr als hundert Jahren Künstler, Denker und Lebensreformer nach anderen Formen des Zusammenlebens suchten.

Tee ist hier deshalb mehr als eine exotische Pflanze. Er verbindet Landschaften und Kulturen.

Teeernte im Teegarten auf dem Monte Verità
Teezubereitung in der Casa del Tè, Monte Verità

06 — Das Wunder von Darjeeling

Eine Geschichte, die bei Naturkraftwerke schon lange weitergetragen wird.

Auch unsere eigene Geschichte mit Tee führt in den Himalaya. Seit vielen Jahren verbindet Naturkraftwerke eine Beziehung mit Makaibari, einem der traditionsreichsten Teegärten Darjeelings, und mit Rajah Banerjee.

In unserer Edition NEUES ESSEN haben wir seine Geschichte einmal als modernes Märchen erzählt: Das Wunder von Darjeeling.

Von einem Teegarten, biologisch-dynamischer Landwirtschaft und einer Landschaft, in der Pflanzen, Tiere und Menschen nicht unabhängig voneinander gedacht werden. Und von der geheimnisvollen Tea Deva – einem Insekt, das aussieht wie ein Teeblatt und sich mit den Jahreszeiten verändert. Unsere geschäftlichen Wege mit Makaibari haben sich inzwischen verändert. Mit Rajah sind wir bis heute verbunden.

Was zunächst weit entfernt scheint, rückt plötzlich erstaunlich nahe:

Darjeeling. Monte Verità. Terra Vecchia.

Drei Orte, an denen Tee, Landschaft und die Frage nach unserem Verhältnis zur Natur auf unterschiedliche Weise zusammenkommen.

07 — Vier Orte. Vier Schokoladen.

Das Tessin zum Reinbeissen.

Aus Pietros Rückkehr ins Tessin ist noch etwas anderes entstanden.

Gemeinsam mit Chocolat Stella in Giubiasco entwickelte er vier Schokoladen. Jede trägt den Namen eines Ortes. Jede hat ihren eigenen Charakter.

TERRA VECCHIA – Grüntee & kandierter Ingwer
Herb, würzig, überraschend. Und natürlich ist es kein Zufall, dass gerade Terra Vecchia mit Tee beginnt.
Bald erhältlich

BELLINZONA – Mandeln & Zimt
Warm, nussig, aromatisch.
Bald erhältlich

LUGANO – Rote Beeren & Orange
Fruchtig, lebendig, mit feiner Säure.
Bald erhältlich

LOCARNO – Kaffee & kandierte Zitrone
Kräftig und frisch zugleich. Locarno – die Stadt, in der Pietro Leemanns eigene Geschichte begann.
Bald erhältlich

Pietro Leemann & Chocolat Stella – Cioccolato da Mordere

Vier Orte, vier Schokoladen.

Entwickelt von Pietro Leemann gemeinsam mit Chocolat Stella in Giubiasco. Die Linie heisst «Cioccolato da Mordere».

Bald im Shop

Wir nehmen die vier Schokoladen als Quartett ins Sortiment und machen für unseren Freund Pietro Leemann eine Ausnahme für vegetarische Produkte in unserem Gesamtsortiment. Auch das ist assoziative Wirtschaft, in unserer Variante.

Sobald die Preise feststehen, sind sie hier bestellbar.

Ein Teil des Erlöses unterstützt das Ecovillage & Sanctuary Terra Vecchia Bordei und damit soziale und kulturelle Projekte vor Ort.

08 — Warum wir diese Geschichte erzählen

Biosfera × Naturkraftwerke × Terra Vecchia

Antonius Conte lebt seit Jahren im Tessin und hat sich dort einen zweiten Lebensmittelpunkt geschaffen. Mit Biosfera, dem von Pietro Leemann und seiner Tochter aufgebauten Biofachgeschäft, verbindet uns eine direkte Partnerschaft. Biosfera ist einer unserer Naturkraftwerke Fabrikläden.

Wir liefern nicht einfach Produkte dorthin. Wir kennen uns, tauschen uns aus und entwickeln gemeinsame Aktivitäten. Und manchmal entstehen daraus Verbindungen, die niemand geplant hat.

Eine davon führt gerade weiter. Über Antonius ist Rajah Banerjee mit Pietro Leemann und Svami in Kontakt gekommen. Der Mann, dessen Geschichte mit dem Tee im Himalaya uns seit vielen Jahren begleitet, begegnet damit Menschen, die im Tessin einen neuen Ort des Lebens, der Landwirtschaft und der Begegnung aufbauen.

Was daraus entsteht? Vielleicht eines Tages ein neuer Tessiner Berg-Teegarten. Vielleicht etwas anderes. Wir wissen es noch nicht.

Aber genau deshalb erzählen wir diese Geschichte schon jetzt.

Terra Vecchia ist für uns keine fertige Geschichte. Es ist eine Geschichte, die gerade weitergeht.

Bildnachweis: Ascona-Locarno Tourismus (Bordei, Centovalli, Pietro Leemann) · Archiv Terra Vecchia / Jürg Zbinden (1970er-Jahre) · Ecovillage & Sanctuary Terra Vecchia Bordei (Kirche) · Casa del Tè Monte Verità / Ascona-Locarno Tourismus (Teegarten) · Chocolat Stella (Schokoladen)